Bio-Imker-Honig

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Von Wald- und Blütenhonig, gemischt und sortenrein

Wie auf der Seite über die Herstellung von Honig dargestellt, entsteht grundsätzlich jeglicher Honig aus den von Bienen gesammelten(!) süßen Säften von Pflanzen. Alles andere ist — zumindest nach deutschem Lebensmittelrecht — kein Honig.

Von Bienen gesammelt ist deswegen wichtig, weil man sonst einem Bienenvolk Zuckerrohrsaft als Futter geben und das Produkt als Honig verkaufen könnte. Da in diesem Fall aber die Bienen den Saft nicht sammeln, sondern einfach nur in der Beute (die Bienenwohnung heißt Beute) vorfinden, ist das Produkt kein Honig.

Verschiedene Honigsorten

Das ist nur ein Teil der Farbpalette, die Honig annehmen kann. Die Kristallisationsmuster an der Glasinnenwand (unten links, oben mitte) sind ein Zeichen für einen besonders geringen Wassergehalt und damit ein Qualitätsmerkmal.

Umso erstaunlicher, welche Vielfalt an Honig dieser eine Ausgangsstoff hervorbringt. Auf dieser Seite sollen die einzelnen Begriffe kurz erklärt und Unterschiede aufgezeigt werden.

Blatthonig

Honig, der aus dem Honigtau (was das ist, siehe Herstellung von Honig) von Laubbäumen (z.B. Eiche, Ahorn) erzeugt wird.

Waldhonig

Honig, der aus dem Honigtau von Nadelbäumen (z.B. Fichte, Eibe) erzeugt wird.

Tannenhonig

Waldhonig von der Weißtanne (Abies alba). Dieser Honig bleibt lange flüssig.

Sortenhonig

Honig, der überwiegend (also zu mehr als 50%) aus einer bestimmten Trachtquelle (Pflanzenart) stammt. Klassische Sortenhonige sind z.B. Rapshonig, Lindenhonig, Akazienhonig (eigentlich korrekt: Robinienhonig) und Heidehonig.

Misch- oder Blütenhonig

Das Gegenteil von Sortenhonig, also Honig, bei dem nicht eine bestimmte Pflanze als Hauptquelle benannt werden kann.

Scheibenhonig

Honig, der nicht geschleudert, sondern in den Waben belassen wird. Zum Verzehr wird ein Wabenstück ähnlich wie ein Bonbon gekaut, wobei sich der Honig aus der Wabe löst und das Wachs zurückbleibt (wird wieder ausgespuckt). Weil bei der Ernte von Scheibenhonig der Wabenbau zerstört wird, ist Scheibenhonig recht teuer. Wichtig ist, daß die Bezeichnung „Scheibenhonig“ nur gilt, wenn es sich um einen komplett von den Bienen errichten Wabenbau (ohne Mittelwände) handelt.

Die Begriffe Wald- und Blatthonig werden in der Praxis meist nicht so konkret unterschieden, wie hier, sondern umgangssprachlich als Synonyme verwendet. Mischhonige tragen als Bezeichnung oft Namen wie „Wiesenblüte“, „Frühtracht“, „Sommertracht“ usw. Zulässig sind auch Kombibezeichnungen, wie etwa „Sommertracht mit Robinie“, wenn die genannte Pflanzenart zu einem nicht unerheblichen Anteil (Richtwert: 30%) im Honig vertreten ist.

Was viele Imker nicht wissen: ganz streng genommen dürfte eine Deklaration als Sortenhonig nur nach einer Laboruntersuchung des Honigs erfolgen, denn nach § 4 der Honigverordnung muß der Honig auch die der angegebenen Sorte entsprechenden sensorischen, physikalisch-chemischen und mikroskopischen Merkmale aufweisen. Das kann aber nur durch eine Laboranalyse fest- und sichergestellt werden. Aber man kann es auch übertreiben mit der Bürokratie. Ein erfahrener Imker, der seinen Standort kennt, wird auch ohne Laboranalyse ziemlich sicher sagen können, um welche Sorte es sich handelt.

Wie „erklärt“ man den Bienen, daß sie Sortenhonig produzieren sollen?

Immer wieder werde ich gefragt, wie es überhaupt möglich ist, Sortenhonig herzustellen. Schließlich könne man den Bienen ja nicht sagen, welche Pflanze sie anfliegen sollen. Oder doch?

Die Antwort liegt in einer besonderen Eigenschaft der Honigbiene: im Gegensatz z.B. zu Hummeln sind Bienen blütenstetig oder kurz blütenstet. Das bedeutet, daß sie sich von selbst auf eine bestimmte Pflanzenart konzentrieren, wenn sich ein lohnendes Angebot in der Nähe befindet. Ein riesiges Rapsfeld direkt vor dem Bienenwagen führt mit Sicherheit zu fast reinem Rapshonig (es sei denn, eine noch attraktivere Trachtquelle befindet sich ebenfalls in der Nähe). Solche Massentrachten werden daher oft von konventionellen Imkern gezielt angewandert, um Sortenhonig zu produzieren.

Der zweite Faktor ist die Tatsache, daß ja nicht alle Trachtpflanzen gleichzeitig, sondern nacheinander blühen (jedenfalls normalerweise, im Jahr 2006 war das stellenweise anders...). Da der Imker das Trachtangebot an seinem Standort und die ungefähren Blühzeiten kennt, kann er mit einer recht guten Wahrscheinlichkeit die gerade eingetragene(n) Nektarsorte(n) benennen.

Übrigens gibt es tatsächlich die Möglichkeit, Bienen eine bestimmte Pflanzenart „vorzuschreiben“: Das Verfahren der Duftlenkung. Dabei wird den Bienen durch das Einbringen des Geruchs der gewünschten Pflanze in die Beute quasi vorgegaukelt, sie hätten sich auf diese Pflanze bereits geeinigt und wären darauf blütenstet. Nach dem Motto: der ganze Bau riecht nach Linde, also sammeln wir Lindennektar! Dieses Verfahren ist aber sehr aufwendig und daher kaum verbreitet. In der ökologischen Bienenhaltung wird es selbstverständlich sowieso abgelehnt, weil es einen schweren und unnötigen Eingriff in die natürlichen Abläufe eines Bienenvolkes darstellt.

Stand: 30.03.2007, © 2007-2016 Andreas Vent-Schmidt, alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.
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