Bio-Imker-Honig

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Andreas Vent-Schmidt, Pabstthum 3a, 16818 Karwe, Telefon: 033925-900035, E-Mail: imker@vent.net

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Was am häufigsten zu Honig gefragt wird

Ist Ihr Honig auch wirklich kaltgeschleudert? Und was ist das eigentlich?

Die Bezeichnung „kaltgeschleudert“ grenzt an Verbaucher-Irreführung. Andererseits wollen die meisten Kunden diesen Hinweis sehen oder hören und reagieren verunsichert, wenn er fehlt. Tatsache ist: es gibt kein Warmschleuder-Verfahren oder etwas Ähnliches. Praktisch jeder Honig wird mit Hilfe einer Schleuder von den Waben getrennt und hat dabei Raumtemperatur (oder Stocktemperatur, wenn die Waben unmittelbar vor dem Schleudern entnommen wurden). Eine Erwärmung der Waben wäre dabei unsinnig und sogar kontraproduktiv, denn warmes Wachs wird weich: die Wabe würde sich beim Schleudern verformen und unbrauchbar werden (was der Imker aber vermeiden will). Außerdem wäre die Honigausbeute geringer (was der Imker unbedingt vermeiden will :-).

Ein kleines Körnchen Sinn steckt aber doch in dem Begriff: Wärme schadet dem Honig (siehe dazu die Seite über Qualität und Umgang mit Honig). Importhonig wird häufig zu stark erhitzt, weil er sich dann besser ab- und umfüllen läßt.

Ich habe gehört, daß die Imker dem Honig üblicherweise Zucker zusetzen. Stimmt das? Wieviel extra Zucker ist drin?

Selbstverständlich: nein. Das Zusetzen von Zucker wäre ein großer Frevel. Abgesehen davon, daß lt. Lebensmittelverordnung dem Honig absolut nichts (nicht einmal Wasser) hinzugesetzt oder entfernt werden darf, ist der Honig von selbst süß genug. Die Legende vom Zuckerzusatz enstand vermutlich aus der Tatsache, daß viele Imker als Winterfutter für ihre Bienen Zucker verwenden. Dieser Zucker gelangt aber nicht in den Honig (wenn der Imker gewissenhaft und sauber arbeitet).

Was ist Läusehonig, Waldhonig und Blatthonig?

Diese Bezeichnungen stehen allesamt für Honig, den die Bienen aus Honigtau statt aus Blütennektar gewinnen. Siehe dazu die Seite über die Herstellung von Honig. Blatt- oder Waldhonig ist deutlich würziger im Geschmack, sehr begehrt und daher auch teurer als Blütenhonig. Es gibt ihn auch nicht jedes Jahr. Mehr über die verschiedenen Honigarten finden Sie auf der Seite Honigarten und -sorten.

Ist Sortenhonig wertvoller?

Meiner Meinung nach: nein! Im Gegenteil, Mischhonig schmeckt oft besser (mir jedenfalls) und ist, im ökologischen Kontext betrachtet, wertvoller, weil er eben aus einer reicheren Kulturlandschaft stammt. Ein fast reiner Rapshonig aus einem riesigen Rapsfeld ist letztlich das Produkt einer ökologisch fragwürdigen Monokultur (aber nichts gegen einen schönen Lindenhonig aus einer alten Allee). Dazu kommt, daß Mischhonig logischerweise ein vielfältigeres Spektrum von Inhaltsstoffen aufweist.

Warum ist Sortenhonig dann meist teurer?

Weil hier die Gesetze des Marktes greifen. Seltsamerweise wünschen die meisten Kunden Sortenhonig, wollen genau wissen, aus welcher Pflanzen Nektar der Honig entstanden ist. Es gibt also eine höhere Nachfrage nach Sortenhonig. Außerdem ist (zumindest korrekt deklarierter) Sortenhonig teurer, weil die Kosten für die Laboruntersuchung ja auch irgendwie gedeckt werden müssen.

Warum wird mancher Honig fest und mancher nicht?

Jeder gute, naturbelassene und nicht wärmegeschädigte Honig wird früher oder später fest. Er kristallisiert. Wie schnell das geht, hängt von der konkreten Zusammensetzung ab, insbesondere spielt das Mengenverhältnis von Glucose zu Fructose eine entscheidende Rolle. Es gibt Sorten, wie etwa Robinienhonig (oft auch als Akazienhonig bezeichnet), die ein halbes Jahr oder noch länger brauchen, um zu kristallisieren. Ein reiner Robinienhonig kann bis zu 2 Jahre flüssig bleiben. Aber das sind Ausnahmen. Die Regel ist, daß guter Honig nach einigen Wochen bis Monaten kristallisiert.

Wenn Sie einen Importhonig im Supermarkt kaufen, z.B. Lindenblüte, der nach mehreren Wochen immer noch flüssig ist, dann stimmt etwas mit der Qualität nicht. Wahrscheinlich ist der Honig hitzegeschädigt oder sonstwie schlecht behandelt worden. Kaufen Sie also lieber bei Ihrem Imker in der Nähe.

Kann ich kristallisierten Honig wieder verflüssigen?

Ja, indem Sie ihn vorsichtig(!) im Wasserbad erwärmen. Keinesfalls über 40°C — und haben Sie Geduld...

Honig ist also ein reines Naturprodukt. Welchen Sinn ergibt dann Bio-Honig? Was ist daran denn noch „natürlicher“?

Die Beantwortung dieser Frage ist etwas umfangreicher. Ich habe deshalb dafür eine separate Seite erstellt: Warum Bio-Honig?

Wie wird Sortenhonig produziert? Werden die Bienen auf eine Pflanzenart dressiert?

Auch diese Antwort fällt etwas ausführlicher aus. Lesen sie sie auf der Seite Honigarten und -sorten (ganz unten).

Fehlt Ihre Frage hier? Wollen Sie noch etwas anderes wissen? Schreiben Sie mir doch einfach! Ich werde mich bemühen, alle Fragen zu beantworten.

Stand: 30.03.2007, © 2007-2017 Andreas Vent-Schmidt, alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.
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