Bio-Imker-Honig

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Andreas Vent-Schmidt, Pabstthum 3a, 16818 Karwe, Telefon: 033925-900035, E-Mail: imker@vent.net

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Der Sinn ökologischer Bienenhaltung

Vorneweg eine Klarstellung: wenn auch oft von „Bio-Honig“ gesprochen wird (auch auf dieser Website), so ist doch dieser Begriff eigentlich nicht zulässig, denn der Bienenflug läßt sich nun mal nicht kontrollieren. Kein Bio-Imker, der nicht im Umkreis von mindestens 5 km (je nach Bienenrasse auch mehr) frei von konventionell-landwirtschaftlichen Flächen ist, kann mit Sicherheit sagen, daß sein Honig wirklich ein reines Bioprodukt ist. Es wäre deswegen besser, von „Honig aus ökologischer Bienenhaltung“ zu sprechen. Aber das ist ein Wortungetüm — „Bio-Honig“ ist einfach kürzer und griffiger.

Es geht nicht nur um das Produkt

Schmetterling, wahrscheinlich Faulbaumbläuling

Bio-Imker mögen nicht nur Bienen, sondern die ganze Vielfalt der Natur.

Obwohl es natürlich im Mittelpunkt des Interesses (vor allem des Kunden) steht, geht es im ökologischen Landbau und somit auch in der ökologischen Bienenhaltung nicht nur um die Reinheit des Produktes, sondern um eine Gesamtbetrachtung des Umganges mit Tieren, Pflanzen und Ressourcen. Dieser Aspekt wird gern — vor allem bei platten Betrachtungen á la „Ist Bio wirklich besser?“ — unter den Teppich gekehrt.

Ökologisch zu produzieren heißt, ganz allgemein, unter anderem:

Was das für eine ökologische Bienenhaltung konkret bedeutet, lesen Sie im Kapitel Die Bio-Imkerei.

Es geht aber auch um das Produkt!

Die Zeiten der fundamentalistischen Öko-Partisanen ist vorbei. Heute will und muß auch der Bio-Bauer an Dinge wie Ertrag, Preise, Marktsituation und Effizienz denken. Und von den wenigen Kunden, die Öko-Produkte ausschließlich aus Überzeugung kaufen, kann kein ökologisch arbeitender Erzeuger leben. Deswegen muß auch das Produkt besser sein als die konventionell erzeugte Ware.

Genau das ist auch der Fall. Anders wäre der seit Jahren anhaltende Bio-Boom nicht zu erklären. Für unseren Bio-Honig bedeutet das konkret:

(Zur Vermeidung von Mißverständen: das bezieht sich auf unseren Bio-Honig, also von der Imkerei Vent stammenden Honig.)

Der zuerst genannte Punkt sollte nicht unterschätzt werden. Was Laien nicht wissen: Fast alle Imker kaufen im Fachhandel „Mittelwände“ und geben im Austausch dafür Altwachs ab. Mittelwände sind Wachsplatten mit eingeprägtem Wabenmuster. Sie werden dem Bienenvolk als (künstliche) Bauvorlage und -erleichterung gegeben. Das Problem dabei ist, daß man die Herkunft des für die Mittelwände verwendeten Wachses nicht kennt. Häufig ist es mit Rückständen von Bienen-Medikamenten belastet, da die meisten konventionellen Imker solche Mittel einsetzen (Wachs hat die Eigenschaft, solche Rückstände regelrecht anzusammeln). Bio-Imker verwenden als Medikamente ausschließlich organische Säuren, die auch natürlicherweise im Honig vorkommen, und haben i.d.R. einen eigenen Wachskreislauf oder kaufen Mittelwände ausschließlich bei anderen Bio-Imkern.

Und noch ein Aspekt ist zu beachten: Bio-Imker werden öfter und strenger kontrolliert, als konventionelle Imker. Selbst bei Imkern, die den sog. Honig-Sachkunde-Nachweis des Deutschen Imkerbundes (DIB) erworben haben und daher im Einheitsglas des DIB (das Glas mit Etikett als Ganzes ist eine geschützte Marke) verkaufen dürfen, sind Kontrollen eher selten und zufällig. Der Sachkundenachweis ist übrigens leicht zu erlangen: der Besuch eines zweitägigen Seminars reicht aus, eine Prüfung wird nicht abgenommen.

Man muß es ehrlich sagen: dem DIB mit seinem Einheitsglas geht es hauptsächlich um die Sicherung und Verbreitung der Marke "Echter Deutscher Honig" im Einheitsglas. Bei den jährlichen Honigprüfungen der Landesverbände wird u.a. bewertet, ob das Etikett auf dem Glas auch genau gerade oder vielleicht etwas schief aufgeklebt ist... Dagegen bezieht der DIB zu den wirklich wichtigen Themen der Zeit, wie etwa dem Einsatz der Grünen Gentechnik in der Landwirtschaft, so gut wie keine Position. Von einer Interessenvertretung durch den DIB kann — zumindest aus meiner Sicht — keine Rede sein.

Wenn Ihnen also die fehlenden Pestizid-Rückstände als Argument für Bio-Honig nicht reichen sollten: mit dem Kauf von Bio-Honig unterstützen Sie auch den Kampf gegen Gentechnik und für eine nachhaltige, vernünftige und zukunftsorientierte Landwirtschaft.

Wie die Praxis der ökologischen Bienenhaltung aussieht, erfahren Sie im Kapitel „Die Bio-Imkerei“.

Stand: 30.03.2007, © 2007-2017 Andreas Vent-Schmidt, alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.
Die Bezeichnung „Bio-Imker-Honig“ sowie das dazugehörige Logo sind eingetragene Warenzeichen.