Bio-Imker-Honig

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Andreas Vent-Schmidt, Pabstthum 3a, 16818 Karwe, Telefon: 033925-900035, E-Mail: imker@vent.net

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Gestochen scharf — mein Imker-Blog

 

06.05.2007

Und weg war er...!

Bienenschwarm hängt in Lebensbaum

Ein stattlicher Vorschwarm von mindestens 2,5 kg

Eigentlich hatte ich es geahnt und wollte das Volk mit der Beuten-Nummer 1 auf Schwarmstimmung kontrollieren, aber damit kam ich zu spät. Heute Mittag hing dieser sehr starke Vorschwarm (= Schwarm mit der alten Königin) in etwa 4 bis 5 Metern in einem Lebensbaum.

Also die Leiter und den Schwarmfangkasten geholt und Imkerkleidung angezogen. Doch: "zu spät, du rettest den Freund nicht mehr" - etwa 10 Minuten, nachdem dieses Foto entstanden war, setzte sich der Schwarm erneut in Bewegung und verschwand in ungewöhnlich hohem Tempo auf Nimmerwiedersehen. Ich habe nicht einmal gesehen, wohin er geflogen ist. Denn als ich endlich um die Grundstücke herumgelaufen war, über die er "hinwegfegte", war er spurlos verschwunden.

Naja, er hing sowieso sehr "ungescheit" im Baum, nämlich um den Stamm gewickelt, und selbst mit Leiter wäre ich nur schlecht angelangt. Soll er also fliegen und sich irgendwo eine Baumhöhle suchen. Vielleicht schafft er es ja sogar über den Winter?

 

18.04.2007

Alle reden über's Wetter - aber wie?!

Schönes Wetter im Herbst

Gestern abend im ZDF: da stellt sich so ein dicklicher TV-Wetteransager hin, grinst in die Kamera und tröstet uns, daß das für Donnerstag angesagte Regengebiet ganz schnell wieder weg sein wird und am Wochenende wieder mit "schönem Wetter" zu rechnen sei. Mit "schönem Wetter" meinte er Trockenheit und für die Jahreszeit zu hohe Temperaturen. Ich verkneife mir die Bemerkung darüber, was ich mit diesem Mann am liebsten gemacht hätte.

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, daß in unserer marktorientierten Gesellschaft sogar der Wetterbericht verbraucherfreundlich dargeboten wird? Man könnte sagen, die Wettervorhersage muß regelrecht "verkauft" werden. Schönes Wetter, und damit sind immer Sonnenschein und Temperaturen von mindestens 20°C gemeint, verkauft sich natürlich von selbst. Wenn dagegen "schlechtes Wetter", also etwa Regen kommt, muß der Verkäufer (das ist in dem Fall der Fernseh-Meteorologe) dieses eigentlich unverkäufliche Produkt schönreden, indem er zum Beispiel verspricht, daß der Regen nur kurz anhält oder auf einzelne Gebiete beschränkt ist. Ein anderes, subtileres Mittel ist die Sprachwahl: ist dann von "Regen-Risiko" statt "Regen-Chance" oder wenigstens neutral "Regen-Wahrscheinlichkeit" die Rede, oder wir sollen uns "keine Sorgen" machen, wenn es trocken bleibt.

Genau dann mache ich mir aber Sorgen.

Bis auf wenige positive Ausnahmen (z.B. Sven Plöger oder Alexander Lehmann) halten sich die TV-Wetterfrösche offenbar an ein ungeschriebenes Gesetz, nachdem der Wetterverbraucher gefälligst seinem Wunsch entsprechend schönes Wetter konsumieren soll. Warum ist das so? Warum kann man nicht diesen ignoranten Wetterkonsumenten erklären, daß anhaltende Trockenheit, also sog. schönes Wetter, in unseren Breiten zu dieser Jahreszeit als absolut schlechtes Wetter zu bezeichnen ist, weil Regen nun mal dringend gebraucht wird: für die Landwirtschaft, für das Ökosystem, für den Gewässerhaushalt, wegen der Waldbrandgefahr und aus vielen weiteren Gründen?

Weil die meisten Menschen nichts von Landwirtschaft verstehen? Kann nicht sein: jedes Kind weiß, daß man eine Blume immer schön gießen muß, damit sie wächst.

Nur falls Sie es nicht wußten: ohne Regen gibt es auch keinen Honig. Denn der wird aus dem Nektar von Pflanzen gemacht. Und den wiederum kann die Pflanze nur produzieren, wenn sie Wasser hat...

Ich wünsche uns noch einen schönen April - also viel Regen!

 

29.03.2007

Da freut sich der Imker!

Bienen bringen Pollen in den Stock

Polleneintrag im Frühjahr

Was dem Gartenfreund die Frühblüher, ist dem Imker der erste Pollenflug. Abgesehen davon, daß meine Bienen natürlich auch Frühblüher brauchen, um nach dem Winter möglichst gut zu starten, kommt der erste "richtige" Polleneintrag aber meist von Weide, Schwarzerle und Haselnuß. Das liegt nicht zuletzt daran, daß es oft noch zu kalt zum Ausfliegen ist, wenn Schneeglöckchen & Co. ihre Blüten öffnen.

Wenn dann aber die Salweide blüht (Salix caprea), ist es Zeit für die erste Durchsicht der Völker nach dem Winter.

Doch schon bei einem Anblick von außen, wie diesem hier, weiß ich: das Volk ist höchstwahrscheinlich weiselrichtig und brütet. Darauf deutet der Eintrag von Pollen hin.

 

28.03.2007

Bericht von der Ameisen-Front: Schlacht gewonnen!

Aber nicht ohne Schwächung der eigenen Reihen: zwei meiner Völker haben deutlich unter der Invasion gelitten und sind geschwächt.

Auf dem Foto erkennt man links ein normal starkes, rechts ein geschwächtes Volk. Ich habe es bisher noch nicht geöffnet und weiß deshalb nicht, was genau die Ursache ist. Weil der Befall durch Ameisen hier sehr stark war, vermute ich aber, daß es mit dem Ameisenbefall zu tun hat.

Es kommt aber auch vor (und ist in einem gewissen Rahmen normal), daß Völker den Winter nicht überstehen, weil die Königin verloren geht, z.B. schlichtweg an Altersschwäche stirbt.

 

27.03.2007

Weiter im Kampf gegen die Ameisen

Die Metallwinkel haben schon eine deutliche Verbesserung gebracht, aber noch keine Entwarnung. An einigen Stellen gehen die Biester halt doch über das Metall. Nun ja - "nicht mögen" heißt ja nicht "um jeden Preis vermeiden".

Also stelle ich die Winkel jetzt zusätzlich in flache Schalen, die mit Öl gefüllt sind. Da kommen sie dann wirklich nicht mehr durch. Hoffe ich.
Selbstverständlich handelt es sich um Bio-Leinöl, welches keinen Schaden anrichtet (sondern biologisch abgebaut wird), wenn es versehentlich in den Boden gelangt.

 

26.03.2007

Ameisen-Alarm!

Formica rufa

Diese Krabbeltierchen greifen meine Bienen an - es handelt sich wahrscheinlich um Formica rufa (Rote Waldameise)

Unglaublich! Heerscharen von Ameisen (vermutlich "Formica rufa") stürmen einige meiner Magazinbeuten. Überall, auf dem Anflugbrett, an den Seitenwänden und natürlich im Umkreis der Beuten krabbelt es hin und her.
Da die Rote Waldameise gern auch süße Pflanzensäfte aufnimmt, vermute ich, daß die Tierchen an den Honigvorräten interessiert sind. Bei einer der Beuten habe ich sogar den Verdacht, daß die Ameisen sich dort häuslich eingerichtet haben. Jedenfalls benehmen sie sich, als wären sie in der Bienenbeute zu Hause: ganz selbstverständlich wird da ein- und ausmarschiert, und am Eingang stehen Wächter...

Was tun? Die Rote Waldameise steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten und damit unter besonderem Naturschutz. Aber Ameisen mögen kein blankes Metall. Also stelle ich die Bienenkästen einfach auf je 4 Metallwinkel aus dem Baumarkt, fertig. Mal sehen, was das wird.

 

13.03.2007

Das sieht gut aus!

Der milde Winter 2006/2007 hatte bei vielen Imkern zu der Frage geführt, ob denn die Bienen das auch gut überstehen würden. Wieso sollten sie nicht, fragt dann der Laie.
Weil bei bei relativ hohen Temperaturen im Winter die Bienen sich nicht zu einer eng gepackten "Wintertraube" zusammenziehen. In dieser würden sie fast ohne Aktivität verharren und deswegen auch kaum Energie verbrauchen. Das wiederum wirkt sich auf den Futterverbrauch aus: wenig Energieverbrauch = wenig Futterverbrauch.

Ist der Winter dagegen warm, entfalten die Bienen mehr Aktivität und verbrauchen mehr Futter. Außerdem verlieren die Winterbienen durch viel Aktivität an Lebenszeit und sterben im Frühjahr dann eher. Ganz schlecht ist es, wenn die Bienen schon im Dezember oder Januar zu brüten beginnen.

Aber es sieht gut aus: die Völker sind stark und vital. Vielleicht liegt das daran, daß meine Bienen über offenem Gitterboden, also ohne Wärmeverpackung, überwintern und reichlich Winterfutter bekommen, das übrigens bei Bioimkern zu einem großen Teil aus Honig besteht.

 

19.01.2007

Orkan Kyrill schlägt zu

Sturmschaden durch Orkan "Kyrill" an meinen Magazinbeuten

Das tut weh: Orkan "Kyrill" schlägt auch auf meinem Imkerstand zu und fordert Opfer.
Durch den Orkan bricht die Stammspitze eines Baumes ab und fällt aus etwa 20 Metern Höhe auf zwei meiner Magazinbeuten. Diese werden dadurch umgestürzt und fallen natürlich auch auseinander. Übrig bleibt ein Haufen Chaos. Das Ganze passiert nachts; aber bemerkt habe ich erst heute früh. Die Bienentraube ist durch den Aufprall auseinandergerissen worden und viele der Bienen waren heute morgen bereits verklammt, also nicht mehr zu retten.
Fast noch schlimmer: der Wabenbau mit dem Futtervorrat ist aus den Rähmchen gebrochen. Mit anderen Worten: das Futter ist für die verbleibenden Bienen wahrscheinlich nicht mehr erreichbar. Die Völker sind vermutlich verloren.

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Stand: 29.12.2013, © 2007-2017 Andreas Vent-Schmidt, alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.
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