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Massenhaftes Bienensterben im badischen Rheintal - Ursache wahrscheinlich Agrar-Gift

Landesverband Badischer Imker: "Schlimmstes Bienensterben in der Region seit 30 Jahren"

Das Bienensterben hat längst Deutschland erreicht, aber für "mysteriös" kann es nur halten, wer die traurigen Tatsachen moderner Landwirtschaft ignoriert. Dennoch war es bisher eine Art Tabu, darüber zu sprechen, daß der massive Einsatz von Pestiziden, Beizmitteln und sonstigen chemischen Keulen aller Art und seit einiger Zeit auch von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Landwirtschaft nicht ohne Folgen bleiben kann.

Wer doch wagte, öffentlich über diesen brutalen und schonungslosen Umgang mit unseren wichtigsten Nahrungsressourcen - dem Boden und den Kulturpflanzen - nachzudenken, wurde sofort mit "wissenschaftlichen Untersuchungen" oder anderen unschlagbaren Beweisen darüber belehrt, dass Chemie auf den Feldern ganz bestimmt harmlos sei. Auch wenn die Untersuchungen in der Regel von den Herstellern der Pestizide bezahlt werden...

Wunder gibt es immer wieder

Es grenzt deshalb an ein Wunder, daß es nun möglich ist, ein bestimmtes Beizmittel für Maissamen, nämlich Clothianidin, als wahrscheinliche Ursache für das Bienensterben zu benennen. Clothianidin wird unter dem Namen Poncho Pro von der Firma BayerCropscience vertrieben, die zum Bayer-Konzern gehört. Die Maissamen werden vor der Aussaat mit diesem Mittel behandelt ("gebeizt"), um einen Befall durch Schädlinge zu verhindern.

Fakt ist, daß das Bienensterben in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit der Mais-Aussaat steht. Fakt ist außerdem, daß in Laboruntersuchungen toter Bienen Clothianidin gefunden wurde. Die Imker vermuten, daß der durch die Saatmaschinen aufgewirbelte und mit Clothianidin kontaminierte Staub sich auf Blütenpflanzen niedersetzt und dort von den Bienen aufgenommen wird.

Hochtoxisch, bienengefährlich, zugelassen

Das Gift ist hochtoxisch und schwer abbaubar. Es reichert sich also mit der Zeit im Boden an und kann später noch Langzeitwirkungen zeigen, die heute noch gar nicht abzuschätzen sind. Außerdem ist es sehr gut wasserlöslich und kann sich daher durch Wasser ausbreiten und zum Beispiel in Bodensenken anreichern.

Das Mittel ist in Deutschland für Kartoffeln, Mais, Zucker- und Futterrüben, Getreide und Raps zugelassen.

Übrigens: in Süddeutschland ist Mais die am häufigsten von Bienen angeflogene Pflanze - was ein trauriges Zeichen für die Armut der Landschaft ist, denn Mais ist eigentlich ein Windbestäuber und blüht recht spät im Jahr. Bienen fliegen Mais im Spätsommer noch an, wenn sie nicht genügend sonstigen Pollenvorrat für das kommende Frühjahr sammeln konnten, also sozusagen aus der Not heraus... Aber das nur nebenbei.

Da der Vorgang noch nicht abschließend geklärt ist, kommt grundsätzlich auch ein beliebiges anderes Gift als Ursache in Frage, es werden ja schließlich genügend eingesetzt. Das machte die Sache aber nicht besser, denn der Gifteinsatz in der Landwirtschaft muß grundsätzlich aufhören bzw. auf wenige Ausnahmen (echte Ausnahmen bitte!) beschränkt sein.

Weitere Infos dazu bei Spiegel online.

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Stand: 29.12.2013, © 2007-2017 Andreas Vent-Schmidt, alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.
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