Bio-Imker-Honig

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Bildung eines Freiluft-Kunstschwarms

In der ökologischen Bienenhaltung ist es wichtig, möglichst alle Aspekte des Bienenlebens so naturnah wie möglich zu gestalten. Das gilt vor allem auch für die Vermehrung von Bienenvölkern. Wenn man die Bienen "machen läßt", werden sie irgendwann schwärmen, denn das ist die natürliche Form der Verbreitung und Vermehrung der Honigbiene.

Ein echter Schwarm ist zwar ein beeindruckendes Schauspiel, hat aber für den Imker den entscheidenden Nachteil, daß der Schwarm eingefangen werden muß, will man die Bienen nicht verlieren. Das ist aber oft nicht möglich, z.B. wenn der Schwarm in großer Höhe und/oder an unzugänglichen Stellen hängt.

Aus diesem Grund gibt es schon lange Methoden, den Schwarmakt künstlich nachzubilden. Dabei werden Bienen schlicht und einfach in einen Sammelbehälter gefegt, wo sie sich gefälligst zu einem neuen Volk zusammenfinden sollen. Das tun aber nicht alle Bienen, sondern kehren statt dessen zum Ursprungsvolk zurück. Will man das verhindern, muß man die Bienen für drei Tage und Nächte in einem dunklen, kühlen Raum "lagern", damit sie die Orientierung verlieren und sozusagen gezwungen werden, sich dem Schwarm zugehörig zu fühlen. Das ist die sog. "Kellerhaft".

Ein solcher Zwang ist für uns nicht akzeptabel. Deshalb verwenden wir die Methode des sogenannten Freiluft-Kunstschwarms. Er wurde 1941 eher zufällig von Guido Sklenar entdeckt. Der wesentliche Unterschied besteht darin, daß man den Bienen die Wahl läßt, ob sie sich dem (Kunst-)Schwarm anschließen wollen, oder nicht.

Es wird dabei die Königin aus dem Volk genommen und in einem Käfig an ein Brett gehängt. Dieses Brett ist an einer Schnur aufgehangen, die über einen Ast o.ä. gelegt ist. Dadurch kann man das Brett nach und nach immer höher ziehen - in dem Maße, in dem die Schwarmtraube wächst.

Freiluft-Kunstschwarm in der Anfangsphase

Die schwarmwilligen Bienen sammeln sich als Traube um die Königin

Bei dieser Methode fliegen die schwarm-unwilligen Bienen sofort zu ihrem Heimatstand zurück, während die schwarmwilligen bei der Königin bleiben und sich fast wie ein echter Schwarm fühlen.

Am Abend wird das Brett ganz nach oben gezogen. Der Kunstschwarm verbringt die Nacht als Traube im Freien - genau wie es ein echter Schwarm in der Regel macht.

Am nächsten Morgen kann man den Schwarm in eine neue Beute schlagen - ohne Kellerhaft, ohne Streß. Der Kunstschwarm benimmt sich exakt wie ein echter Schwarm und beginnt sofort zu bauen - ein gutes Zeichen und der Anfang eines neuen Volkes.

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Stand: 12.07.2018, © 2007-2020 Dr. Katrain Vent-Schmidt, alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.
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